Nuggi-Entwöhnung, sanfte Begleitung für kleine Freundchen
Der Nuggi ist für viele Babys und Kleinkinder weit mehr als ein Beruhigungsmittel. Er ist ein kleiner Freund, ein Werkzeug zur Selbstregulation. Und genau deshalb ist die Entwöhnung manchmal gar nicht so einfach.
Nuggi: ja oder nein?
Breast is best. Das Stillen erfüllt das natürliche Saugbedürfnis eines Babys am besten. Dennoch gibt es Situationen, in denen ein Nuggi sinnvoll sein kann:
- Nach einer schweren Geburt
- Bei Aufenthalt auf der Neonatologie
- Bei Babys mit starkem Saugbedürfnis
- Als praktische Unterstützung für die Eltern

Wenn Nuggi, dann richtig
Jeder Nuggi wirkt wie ein kleiner Fremdkörper im Mund und kann ähnlich wie eine Zahnspange den Biss beeinflussen. Worauf man achten sollte:
- Klein und weich, möglichst leicht (ca. 10 Gramm)
- Flach im Gaumenbereich, um den Oberkiefer nicht zu verengen
- Silikon ist besser als Latex, weniger Verformung
- Ein guter Nuggi ist ein aktiver Nuggi: er fällt heraus, wenn er nicht aktiv gesaugt wird
- Immer bei der kleinsten Grösse bleiben
Grosse, schwere Nuggis oder solche mit Kuscheltieren und Holzperlen sind ungünstig, sowohl für die Zahnentwicklung als auch für die spätere Entwöhnung. Nuggiketten sollten so leicht wie möglich sein und zu Hause ohne Band verwendet werden. Leuchtende Nuggis können bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten und sind nicht empfehlenswert.
Und der Daumen? Der Daumen ist weder flach, weich noch leicht abzugewöhnen. Ein Nuggi ist klar die bessere Wahl, wenn ein Kind stark am Daumen lutscht.
Wann abgewöhnen?
Idealerweise im ersten Lebensjahr, danach wird es zunehmend schwieriger. Zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr bauen Kinder tiefe Bindungen auf, und der Nuggi wird zum echten Freund. Ab dem Alter von 4–5 Jahren kann Unterstützung von aussen sehr hilfreich sein.
Warum ist die Entwöhnung manchmal so schwer?
Der Nuggi erfüllt tiefe Bedürfnisse. Das sollte man verstehen, bevor man ihn einfach wegnimmt:
1. Das Saugbedürfnis ist real.
Säuglinge regulieren sich über das Saugen. Es ist ein neurobiologischer Mechanismus zur Selbstberuhigung, kein schlechte Angewohnheit.
2. Craniale Spannungen.
Manche Baby, besonders nach schwierigen Geburten, haben Spannungen im Schädel- und Nackenbereich. Das Saugen hilft ihnen, diese Spannungen zu regulieren und das craniosacrale System zu entlasten.
3. Die Zunge findet ihren Punkt nicht.
Die Zungenspitze sollte im Ruhezustand den sogenannten Spot, einen Punkt direkt hinter den oberen Schneidezähnen am Gaumen, berühren. Dieser Punkt stimuliert den Vagusnerv und fördert Entspannung und Selbstregulation. Bei manchen Kindern ist die Zungenposition ungünstig, und sie finden diesen Punkt schlicht nicht. Der Nuggi übernimmt dann diese regulierende Funktion.
4. Der Nuggi als Überbrückung.
Ältere Kleinkinder, die noch auf den Nuggi angewiesen sind, können sich oft noch nicht ausreichend selbst regulieren, innere Spannungen lassen sich nicht einfach loslassen. Der Nuggi hilft ihnen, zur Ruhe zu kommen.
Wie ich dabei unterstützen kann
Als Komplementärtherapeutin kann ich die Nuggi-Entwöhnung sanft begleiten, indem wir die Ursachen angehen, nicht nur das Symptom.
Durch manuelle Behandlung lassen sich craniale und fasziale Spannungen lösen, die das Saugbedürfnis aufrechterhalten. Ergänzend arbeite ich mit dem Balancer, um die Zungenposition zu schulen und dem Kind zu helfen, neue Wege der Selbstregulation zu entwickeln, ganz ohne Nuggi.
So wird die Entwöhnung nicht zum Kampf, sondern zu einem natürlichen Prozess, den das Kind selbst mitträgt.
Hast Du Fragen oder möchtest Du einen Termin vereinbaren?
Kontaktiere mich gerne telefonisch. In einem persönlichen Gespräch finden wir gemeinsam heraus, wie ich Dich oder Dein Kind bestmöglich begleiten und unterstützen kann.
- All
- Babys & Neugeborene
- Kinder & Jugendliche
- Mundraum, Zunge & Kiefer
- Prävention & Vitalität