Wenn das Fass überläuft, Regulationsschwierigkeiten
Du kennst das vielleicht: Ein Tag, der eigentlich ganz normal war. Nicht zu viel, nicht zu laut, nicht besonders aufregend. Und trotzdem endet er mit einem Kind, das einfach nicht zur Ruhe kommt. Das weint, schreit, sich windet und du weisst nicht mehr, was du noch tun sollst. Das ist kein schlechtes Elternsein. Das ist ein volles Fass.
Was steckt dahinter?
Unser Nervensystem verarbeitet ständig Reize von aussen: Geräusche, Licht, Berührungen, Bewegungen, soziale Interaktionen. Bei Erwachsenen läuft das meist im Hintergrund. Bei Babys und kleinen Kindern ist dieses System noch in der Entwicklung. Es muss erst lernen, Reize zu filtern, zu gewichten und zu verarbeiten.
Stell dir ein Fass vor. Jeder Reiz des Tages füllt dieses Fass ein kleines Stück. Irgendwann ist es voll und dann reicht der kleinste Tropfen, um es zum Überlaufen zu bringen. Nicht weil das Kind schwierig ist. Sondern weil sein System gerade an seiner Kapazitätsgrenze arbeitet.

Warum Wachstumsphasen das Fass schneller füllen
Was viele nicht wissen: Wachstum ist für den Körper Stress, im besten Sinne, aber trotzdem Stress.
Während intensiver Wachstumsphasen passiert im Körper enorm viel gleichzeitig. Knochen dehnen sich, Muskeln passen sich an, das Nervensystem knüpft neue Verbindungen, Zähne brechen durch, motorische Meilensteine werden verarbeitet. All das kostet Energie und belegt Kapazität im Nervensystem.
In diesen Phasen ist das Fass nicht kleiner geworden. Aber es füllt sich schneller. Kinder, die sonst gut regulieren können, kommen plötzlich an ihre Grenzen. Sie sind reizbarer, schlafen schlechter, brauchen mehr Nähe und das ist völlig normal.
Was du beobachten kannst
- Dein Kind schläft plötzlich schlechter, obwohl sich nichts verändert hat.
- Es reagiert überempfindlich auf Geräusche, Licht oder Berührungen.
- Es ist schwieriger zu beruhigen als sonst.
- Es braucht mehr Körperkontakt und Nähe.
- Nach Ausflügen oder viel Aktivität folgt ein «Zusammenbruch»
Was helfen kann
Regulationsschwierigkeiten sind kein Problem, das man einfach aussitzen muss. Und sie sind auch kein Zeichen dafür, dass etwas grundlegend falsch ist.
Manchmal braucht das Nervensystem eines Kindes einfach einen sanften Impuls von aussen, um wieder in sein eigenes Gleichgewicht zu finden.
Ein wichtiger Schlüssel dabei ist der Vagusnerv. Der Hauptnerv des parasympathischen Nervensystems, also jenes Systems, das für Ruhe, Erholung und Regulation zuständig ist. Bei Babys und kleinen Kindern ist er noch in der Entwicklung und besonders sensibel. Geburtsbedingte Spannungen im Bereich der Schädelbasis, wo der Vagusnerv aus dem Gehirn austritt, können seine Funktion beeinträchtigen und dazu führen, dass ein Kind schwerer in einen ruhigen, regulierten Zustand findet. Das zeigt sich dann genau so: Ein Kind, das scheinbar nicht abschalten kann. Das sich schlecht beruhigen lässt. Das auf kleinste Reize gross reagiert.
Durch ein Kombination aus craniosacrale Techniken, Reflexzonentherapie und osteopathische Ansätzekann der Vagusnerv gezielt unterstützt, das Nervensystem beruhigt und die Selbstregulation gestärkt werden.
Was ich in meiner Praxis immer wieder erlebe: Wenn der Körper eines Kindes weniger unter Spannung steht, verändert sich vieles. Der Schlaf wird ruhiger. Die Stimmung stabiler. Und das Fass läuft nicht mehr ganz so schnell über.
Hast Du Fragen oder möchtest Du einen Termin vereinbaren?
Kontaktiere mich gerne telefonisch. In einem persönlichen Gespräch finden wir gemeinsam heraus, wie ich Dich oder Dein Kind bestmöglich begleiten und unterstützen kann.
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