Stillschwierigkeiten beim Baby, wenn die Ursache im Körper liegt
Du sitzt um 3 Uhr morgens auf dem Sofa. Das Baby trinkt, aber irgendwie nicht richtig. Es zappelt, lässt immer wieder los, dreht den Kopf zur Seite, schreit. Du bist erschöpft und fragst dich: Mache ich etwas falsch? Ich kann dich beruhigen: Du machst nichts falsch. Und dein Baby auch nicht. Aber es gibt etwas, das oft übersehen wird, und das ich in meiner Praxis fast täglich sehe.
Der Mund ist nur die Spitze des Eisbergs
Wenn Stillen nicht rund läuft, schauen viele zuerst auf die Technik. Die Stillhaltung wird korrigiert, eine Stillberaterin kommt vorbei, vielleicht wird ein Zungenband diagnostiziert. Das alles ist sinnvoll, keine Frage.
Aber manchmal liegt die eigentliche Ursache woanders; nämlich im Körper deines Babys.
Eine Geburt ist für ein Baby körperlich intensiv. Der Schädel wird komprimiert, die Halswirbel werden gedreht und gestreckt, das Gewebe passt sich an. Das ist physiologisch normal. Aber manchmal bleiben danach Spannungen im Gewebe zurück: in der Halsmuskulatur, im Kiefergelenk, im Mundboden oder im Zwerchfell. Spannungen, die sich nicht von selbst lösen und die beim Stillen direkt spürbar werden.
Ein Bereich, den ich dabei besonders aufmerksam anschaue, ist die seitliche Schädelregion rund ums Ohr. Genau hier sammeln sich durch den Moldingprozess während der Geburt häufig Verspannungen. Und kein Zufall: An dieser Stelle befinden sich die Ansätze der Kiefermuskulatur und der Nackenmuskeln. Beides Strukturen, die beim Saugen und Schlucken eine zentrale Rolle spielen.

Was ich in meiner Praxis sehe
Wenn ein Baby beim Stillen immer nur auf eine Seite will, den Kopf dreht, sich verbeisst oder kaum Vakuum aufbaut, das ist Körpersprache.
Ich schaue dann: Wie beweglich ist der Hals? Wie frei ist das Kiefergelenk? Wie entspannt ist der Mundboden. Also jener Bereich, der für das rhythmische Saugen so entscheidend ist? Ist das Zwerchfell frei, sodass das Baby überhaupt entspannt atmen kann, während es trinkt?
Denn Stillen ist koordinierter Hochleistungssport für ein Neugeborenes: Saugen, Schlucken, Atmen. Alles gleichzeitig, im Takt, viele Male pro Stunde. Wenn irgendwo im System eine Blockade steckt, bricht der Rhythmus zusammen.
Durch meine Ausbildung in Dentosophie habe ich einen zusätzlichen, sehr präzisen Blick auf genau diese Zusammenhänge entwickelt. In der Dentosophie wird grosser Wert auf die Qualität des Saugens und Schluckens gelegt und auf die Frage: Wie arbeiten Zunge, Lippen und Kiefer zusammen? Und wie kann man gezielt dort ansetzen, wo das Muster noch nicht stimmig ist?
Die häufigsten Anzeichen, auf die du achten kannst.
Nicht jede Unruhe beim Stillen hat eine körperliche Ursache, aber diese Signale lohnen sich genauer anzuschauen:
Dein Baby dreht den Kopf immer zur gleichen Seite, und will von der anderen Brust nichts wissen. Das kann ein Zeichen für eine Verspannung in der Halsmuskulatur sein, oft durch die Lieblingsposition während der Schwangerschaft oder durch Zug bei der Geburt.
Es lässt die Brust immer wieder los und fängt erneut an, weil die Saugbewegung anstrengend ist. Wenn das Kiefergelenk oder der Mundboden verspannt sind, ermüdet das Baby schnell.
Es verschluckt sich häufig oder trinkt sehr langsam. Das Timing zwischen Saugen und Schlucken stimmt nicht ganz. Häufig hängt das mit der Beweglichkeit der oberen Halswirbel zusammen, die die Schluckreflexe steuern.
Es ist nach dem Trinken unruhig, obwohl es getrunken hat, vielleicht weil es Luft geschluckt hat. Wenn die Lippen keine gute Abdichtung finden, gelangt mehr Luft in den Magen. Das kann Bauchschmerzen verursachen, die nichts mit Blähungen oder Unverträglichkeiten zu tun haben.
Was meine Arbeit hier bewirken kann
In meiner Praxis arbeite ich sehr sanft und ich erkläre viel. Zuerst untersuche ich den gesamten Körper deines Babys: Wo haben sich während der Schwangerschaft und im Geburtsprozess Spannungen aufgebaut? Was hält noch fest? Was braucht einen Impuls, um loszulassen?
Dank meiner langjährigen Erfahrung als Komplementärtherapeutin kann ich verschiedene Techniken gezielt miteinander verbinden: osteopathische und craniosacrale Methoden, Reflexzonentherapie und dentosophische Ansätze. Diese Kombination erlaubt es mir, sehr individuell auf das zu reagieren, was der Körper deines Babys gerade braucht. Nicht nach Schema, sondern angepasst an den Menschen, der vor mir liegt.
Du gehst nicht einfach nach Hause und wartest. Du bekommst auch konkrete Hausaufgaben: kleine Handgriffe und Beobachtungen, die du selbst im Alltag anwenden kannst.
Was ich dir sagen kann: Ich habe noch keine Mutter erlebt, die danach nicht mindestens einen „Aha-Moment“ hatte. Das Gefühl, wenn plötzlich klar wird „Ach so, deswegen hat er sich beim Trinken immer so versteift.“ Das ist unbezahlbar.
Hast Du Fragen oder möchtest Du einen Termin vereinbaren?
Kontaktiere mich gerne telefonisch. In einem persönlichen Gespräch finden wir gemeinsam heraus, wie ich Dich oder Dein Kind bestmöglich begleiten und unterstützen kann.
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