Wenn das Wachstum wehtut
Es ist mitten in der Nacht. Dein Kind weint, greift sich ans Bein, kann nicht schlafen. Du fragst dich: Ist das ernst? Soll ich zum Arzt? Oder ist das wirklich «nur» Wachstum? Wachstumsschmerzen sind real, und sie werden oft unterschätzt. Nicht weil sie gefährlich sind, sondern weil sie das Kind erschöpfen, den Schlaf stören und die ganze Familie belasten. Ich erzähle dir, was dahintersteckt, und was wirklich helfen kann.

Was sind Wachstumsschmerzen überhaupt?
Wachstumsschmerzen, medizinisch auch «idiopathische Schmerzen im Kindesalter» genannt, treten typischerweise zwischen dem dritten und zwölften Lebensjahr auf, besonders in Phasen von schnellem Wachstum. Sie zeigen sich meist in den Beinen: in den Muskeln, rund um die Knochen, manchmal tief im Gewebe.
Charakteristisch: Sie kommen episodisch, oft abends oder nachts, und tagsüber ist das Kind wieder fit, als wäre nichts gewesen.
Was ich wichtig finde zu sagen: Wachstumsschmerzen sind in den meisten Fällen nicht gefährlich. Aber sie sind auch kein Grund, einfach abzuwarten. Ein Kind, das regelmässig schlecht schläft und überreizt ist, trägt diese Last mit sich, und das hinterlässt Spuren.
Was steckt dahinter?
Der Körper wächst, aber nicht immer gleichmässig. Knochen, Muskeln, Faszien und das Nervensystem wachsen in unterschiedlichem Tempo. Das erzeugt Spannung im Gewebe, besonders dort, wo ohnehin schon Blockaden oder Ungleichgewichte bestehen.
Ich sage das manchmal so: Ein Kind, das langsam wächst, gibt seinem Körper Zeit, sich anzupassen. Alles zieht gleichmässig mit. Aber ein Kind, das in kurzer Zeit sieben Zentimeter in die Höhe schiesst, da läuft der Knochen dem Rest des Körpers einfach davon. Die Muskeln, die Faszien, das Nervensystem kommen kaum nach. Und genau dort, wo das Gewebe keinen Spielraum mehr hat, entsteht Schmerz.
Was ich in meiner Praxis sehe: Kinder mit Wachstumsschmerzen haben oft bereits eine Grundspannung im Körper, in der Wirbelsäule, im Becken, in den Faszien der Beine. Das Wachstum zieht dann an Strukturen, die keinen Spielraum mehr haben.
Das erklärt auch, warum manche Kinder kaum Wachstumsschmerzen kennen und andere regelmässig nachts aufwachen. Es ist keine Frage des Charakters. Es ist eine Frage des Gewebes.
Wie ich unterstützen kann
In meiner Praxis arbeite ich bei Wachstumsschmerzen ua. mit craniosacraler Therapie und osteopathischen manuellen Techniken, immer sanft, immer angepasst an das Kind.
Ich schaue zuerst: Wo ist der Körper unter Spannung? Wo blockiert das Gewebe den freien Fluss? Wo kompensiert die Wirbelsäule, das Becken, die Hüfte.
Craniosacrale Techniken arbeiten mit dem Rhythmus des Körpers. So sanft, dass viele Kinder dabei einschlafen. Sie löst Spannungen in den Hirnhäuten, dem Kreuzbereich und den Faszien, die durch das Wachstum unter Druck geraten sind. Gleichzeitig unterstützt sie das Nervensystem dabei, aus dem Alarmmodus herauszukommen. Denn ein Kind, das nachts regelmässig mit Schmerzen aufwacht, trägt oft eine erhöhte Grundspannung im Nervensystem mit sich.
Osteopathische Techniken ergänzen das: Sie geben dem Körper als Ganzes seine Bewegungsfreiheit zurück. Denn Wachstumsschmerzen im Bein haben oft ihre Wurzel woanders, im Becken, in der Hüfte, manchmal sogar im Nacken. Ich schaue immer auf den ganzen Menschen, nicht nur auf die Stelle, die wehtut.
Reflexzonentherapie bietet einen zusätzlichen, sehr sanften Zugang, besonders wertvoll bei Kindern, die ungern berührt werden oder sich schwer entspannen können. Über gezielte Punkte an Fuss, Hand oder Ohr können Organe, Muskeln und das Nervensystem angesprochen werden, ohne dass ich direkt an der schmerzhaften Stelle arbeiten muss. Gerade bei Wachstumsschmerzen in den Beinen ist das oft ein wirkungsvoller erster Schritt.
Diese Kombination aus verschiedenen Methoden ist das, was meine Arbeit ausmacht. Nicht eine Technik, die für alle passt, sondern ein individuell abgestimmter Ansatz, der den Körper des Kindes dort abholt, wo er gerade steht.
Wann lohnt sich ein Termin?
Wenn dein Kind regelmässig über Beinschmerzen klagt, besonders abends oder nachts, und der Kinderarzt nichts Auffälliges findet, dann lohnt es sich, den Körper genauer anzuschauen. Oder wenn du einfach das Gefühl hast, dass es irgendwie schief steht, eine Schulter höher, ein Fuss anders gedreht, die Haltung nicht ganz symmetrisch. Eltern sehen das oft als erste.
Hast Du Fragen oder möchtest Du einen Termin vereinbaren?
Kontaktiere mich gerne telefonisch. In einem persönlichen Gespräch finden wir gemeinsam heraus, wie ich Dich oder Dein Kind bestmöglich begleiten und unterstützen kann.
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